Ein Arbeitszeugnis kann für deinen weiteren beruflichen Weg wichtig sein. Es zeigt, welche Aufgaben und Erfahrungen du gesammelt hast und wie deine Arbeit bewertet wurde.

Gerade bei einer Bewerbung kann es einem neuen Arbeitgeber einen Einblick in deine bisherige Tätigkeit und dein Verhalten geben. Deshalb lohnt es sich, nicht nur kurz drüberzulesen, sondern genauer hinzuschauen.

Wir zeigen dir, worauf du bei deinem Arbeitszeugnis achten solltest, und geben dir praktische Tipps für deinen Arbeitszeugnis-Check.

1. Prüfe deine persönlichen Angaben

Stimmen …

  • dein Name?
  • deine Position oder Berufsbezeichnung?
  • dein Beschäftigungszeitraum?
  • der Name des Unternehmens?
  • gegebenenfalls weitere Angaben wie Titel oder Funktionen?

Dein Arbeitszeugnis sollte deinen beruflichen Werdegang richtig und vollständig wiedergeben.

2. Prüfe Rechtschreibung und Grammatik

Ein einzelner Tippfehler ist kein Grund zur Sorge. Häufen sich jedoch Fehler kann das den Eindruck erwecken, dass das Zeugnis nicht sorgfältig erstellt wurde.

Solche Auffälligkeiten können in der Zeugnissprache auch als negative Bewertung verstanden werden.

Unser Tipp: Fallen dir mehrere Fehler oder ungewöhnliche Formulierungen auf, solltest du nachfragen und gegebenenfalls um eine Korrektur bitten.

3. Sind die Aufgaben vollständig beschrieben?

Im Arbeitszeugnis sollte nicht nur stehen, wo du gearbeitet hast, sondern auch, was du dort gemacht hast.

Frage dich:

  • Welche Aufgaben hast du übernommen?
  • Hattest du besondere Verantwortungsbereiche?
  • Hast du Projekte betreut?
  • Hast du zusätzliche Aufgaben übernommen?
  • Hast du Weiterbildungen oder besondere Qualifikationen erworben?

Gerade besondere Aufgaben und zusätzliche Verantwortung können für eine spätere Bewerbung wichtig sein.

Unser Tipp: Vergleiche dein Zeugnis mit deiner damaligen Stellenbeschreibung. So erkennst du schnell, ob wichtige Aufgaben fehlen.

4. Achte auf bestimmte Formulierungen

Bei Arbeitszeugnissen kommt es auch darauf an, wie etwas gesagt wird. Bestimmte Formulierungen werden in der klassischen Zeugnissprache häufig bestimmten Bewertungen zugeordnet.

Zum Beispiel können einzelne Wörter die Aussage verändern:

„Frau Müller erledigte ihre Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“

„Stets“ zeigt: Die Leistung wurde durchgehend über den gesamten Zeitraum so bewertet.

„Frau Müller erledigte ihre Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.“

Hier wird die Bewertung durch „im Großen und Ganzen“ abgeschwächt. Es klingt so, als hätte die Leistung nicht immer den Erwartungen entsprochen.

Unser Tipp: Achte auf Wörter wie „stets“, „jederzeit“ und „immer“ – sie verstärken eine positive Bewertung. Wörter wie „überwiegend“, „insgesamt“ oder „im Großen und Ganzen“ können eine Bewertung dagegen abschwächen.

5. Wie wird die Zusammenarbeit beschrieben?

Schau nach, wie dein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitenden, Kunden oder Geschäftspartnern beschrieben wird.

Auch die Reihenfolge kann hier eine Rolle spielen. Üblicherweise werden zuerst Vorgesetzte, dann Kollegen bzw. Mitarbeitende und anschließend Kunden bzw. Geschäftspartner genannt. Stehen die Vorgesetzten zum Beispiel auffällig an letzter Stelle, kann das als Hinweis auf ein weniger gutes Verhältnis verstanden werden.

Auch eine fehlende Personengruppe ist auffällig. Wird zum Beispiel das Verhalten gegenüber Kollegen nicht erwähnt, kann das in bestimmten Fällen auf Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit oder mangelnde Teamfähigkeit hindeuten.

Unser Tipp: Achte darauf, was erwähnt wird, was fehlt und in welcher Reihenfolge die Personengruppen genannt werden. Bei einer Position mit Personalverantwortung sollte außerdem die Führungsleistung berücksichtigt werden.

6. Auch der Schluss ist wichtig

Am Ende eines Arbeitszeugnisses findet sich häufig eine sogenannte Schlussformel.

Zum Beispiel:

„Wir danken ihr für die gute Zusammenarbeit, bedauern ihr Ausscheiden und wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Fehlt die komplette Schlussformel, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Arbeitgeber mit der Zusammenarbeit nicht vollständig zufrieden war.

Achte auch darauf, ob einzelne Bestandteile fehlen. Zum Beispiel kann sich der Arbeitgeber für die Zusammenarbeit bedanken, ohne das Ausscheiden zu bedauern. Auch das kann etwas über die Zufriedenheit des Arbeitgebers aussagen.

Unser Tipp: Schau dir deshalb auch den letzten Absatz genau an und frage dich: Wie verabschiedet sich mein bisheriger Arbeitgeber von mir?

7. Was fehlt vielleicht noch?

Beim Prüfen deines Arbeitszeugnisses solltest du nicht nur auf Fehler achten.
Frag dich auch: Was hätte eigentlich noch hineingehört?

Vielleicht hast du:

  • ein wichtiges Projekt erfolgreich betreut,
  • zusätzliche Verantwortung übernommen,
  • eine Weiterbildung abgeschlossen,
  • neue Kollegen eingearbeitet,
  • Kunden betreut,
  • Mitarbeiter geführt,
  • besondere Kenntnisse erworben
  • oder über längere Zeit eine wichtige Aufgabe übernommen.

Wenn solche Punkte für deine Tätigkeit relevant waren, sollten sie auch im Zeugnis auftauchen.

Unser fazit

Ein Arbeitszeugnis besteht also nicht nur aus einer Auflistung deiner Aufgaben. Auch Formulierungen, einzelne Wörter, die Reihenfolge und fehlende Angaben können eine Rolle spielen.

Das bedeutet aber nicht, dass jede ungewöhnliche Formulierung negativ gemeint ist. Entscheidend ist immer das gesamte Zeugnis und der Zusammenhang.

Lies dein Zeugnis deshalb aufmerksam durch und prüfe die wichtigsten Punkte. So kannst du mögliche Unstimmigkeiten früh erkennen und mit deinem Arbeitgeber klären.

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01.Oktober 2026

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