Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Dringendes Erfordernis oder Bürokratiemonster?

Seit dem 25. Mai 2018 gelten die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das neue Bundesdatenschutzgesetz. Dass die Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Einzelnen gerade in der Branche der Personaldienstleister höchste Priorität genießt – das war eigentlich schon immer so, dafür bedarf es keiner DSGVO. Doch jetzt soll alles neu und alles (noch) besser werden.

Tatsächlich jedoch werden nur die bürokratischen Anforderungen erhöht, nicht jedoch der Schutz des Einzelnen. Sebastian Lazay, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) meint dazu: „Die Auswirkungen der neuen Datenschutz-Regelungen für die Personaldienstleistungsbranche sind enorm, denn sie verarbeitet in fast allen ihrer Prozesse persönliche Daten von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern sowie Bewerbern. Die Aufrechterhaltung des Schriftformerfordernisses zur Einwilligung im Beschäftigungsverhältnis, die in Deutschland im Übrigen auch für Bewerberdaten gilt, geht völlig an den Bedürfnissen der Praxis vorbei. In Zeiten der Digitalisierung, in der Bewerbungsverfahren meist online erfolgen, ist das eine Farce!“

Schnell wird klar, dass die Umstände, die eine andere Form als die der Schriftform rechtfertigen, vom Gesetzgeber nicht genauer definiert wurden. Somit bergen digitale Einwilligungen zum Beispiel ein gewisses rechtliches Risiko. Herr Lazay fordert: „Ich fordere die Politik dazu auf, die Regelungen nochmals auf ihre Verhältnismäßigkeit zu prüfen und schnell Rechtsklarheit zu schaffen. Mir scheint, dass die Politik die Folgen der DSGVO für die Praxis extrem unterschätzt hat. Wir brauchen ein praxistaugliches, anwenderfreundliches und vor allem zeitgemäßes Datenschutzrecht.“

 

Quelle: https://www.personaldienstleister.de/

Jul, 04, 2018